Pressenotizen

 

Termin am 31. August 2018

Bürgerzentrum Karben, Clubraum 1: Vortrag durch Herrn Dr. Dieter Wolf: "Die Wetterau vor rund 300 Jahren".    Zeit ab 19.00 Uhr.

 

Der Karbener Geschichtsverein e.v. lädt hiermit seine Mitglieder sowie interessierte Gäste sehr herzlich ein zu einem Vortrag des Historikers, Dr. Dieter Wolf über die Entwicklung in der Wetterau nach dem 30-jährigen Krieg. Das Referat bildet die Fortsetzung zu dem im Juli stattgefundenen Vortrag von Dr. Günter Rauch über den 30-jährigen Krieg 1618 - 1648. Dieser Anschlussvortrag findet am Freitag, dem 31. August 2018 um 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Karben(Rathaus), Rathausplatz 1, Clubraum 1 -über der Rathausgaststätte- statt. Dr. Dieter Wolf ist ein exzellenter Kenner der Wetterauer Geschichte, er stammt aus Nieder-Wöllstadt und ist langjähriger Leiter des Museums und Stadtarchivs in Butzbach.

Den Schluss des 30-jährigen Krieges 1648 setzte in Münster und Osnabrück der „Westfälische Friede“ - nach langwierigen Verhandlungen durch die europäischen Großmächte. Als Ergebnis brachte er für das Deutsche Reich für die letzten anderthalb Jahrhunderte seines Bestehens eine neue Staatsgrundordnung und auch Europa erhielt eine neue Machtstruktur. Teilweise weit über das 17. Jahrhundert hinaus dauerte es aber, bevor die Folgen der schlimmsten Katastrophe unserer Geschichte -auch in unserer Region Wetterau und rund um den Karbener Raum- einigermaßen überwunden waren. Dazu gehörte als wichtige Erscheinung die Einführung der Kartoffel als Volksnahrungsmittel, was zu einer gewaltigen Zunahme der teilweise fast auf ein Drittel dezimierten Bevölkerung führte.

Der zum Ende des Krieges bestehende konfessionelle Status in den Städten und Dörfern blieb weitgehends erhalten, wobei die Territorial- und Ortsherren die Konfession ihrer Untertanen grundsätzlich bestimmten. Die Wetterau bestand weiter bis zum Ende des Deutschen Reiches 1806 als ein „Flickenteppich“ von vielen weltlichen und geistigen Herrschaftsbereichen. Diese Vielzahl führte für den Handelsverkehr dazu, dass selbst auf kurzen Distanzen mehrere Grenzen zu überwinden waren und Zoll gezahlt werden musste. Die Dörfer waren eng bebaut und Brandkatastrophen blieben nicht aus. Als Schuldige wurde schnell das Teufelswerk der Hexen erkannt, was zu zahlreichen Verhaftungen von Hexen mit Prozessen, Folter und Hinrichtungen führte.

Der Referent verspricht, dass die interessierten Karbener einen bunten, breitgefächerten und vielseitigen Einblick in die Vergangenheit unserer Heimatregion vor 300 Jahren erhalten werden. Der Eintritt zu dem Vortrag ist wie immer frei, Spenden werden gerne entgegen genommen.